The fuel of the future, unfortunately

Quelle: economist.com Hat Kohle als Energieträger ausgedient? Mitnichten. Weltweit wird die Nachfrage nach Kohle zur Energieerzeugung steigen, vor allem in Schwellenländern wird Kohle als günstiger Energieträger zur Realisierung des Wirtschaftswachstums betrachtet. Paradoxerweise ist auch in Deutschland der Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung auf Rekordniveau.

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NRW-Minister Duin fordert staatliche Subventionen für RWE-Kohlemeiler

Quelle: IWR.de Ein bedenkenswertes Zitat des Wirtschaftsministers der rot-grünen Landesregierung in NRW: "Die dramatische Lage bei RWE zeigt, dass die Energiewende ohne staatliche Hilfe für Kohlekraftwerke nicht gelingen kann. Wir brauchen finanzielle Unterstützung für bewährte konventionelle Kraftwerke wie die von RWE". Wie wäre es mit dem bewährten "Kohlepfennig"?

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No, we can’t: Die Selbstzweifel der großen Energiekonzerne

Kaum etwas nagt stärker am Selbstbewusstsein, als der ständige Zweifel, ob man noch gebraucht wird. In dieser Situation befinden sich derzeit die großen Energiekonzerne. Und eine aktuelle Befragung zeigt: Sie verlieren den Glauben an sich selbst.

Die großen Energiekonzerne suchen noch nach ihrem Platz in der einer Branche, die sich im tiefgreifenden Wandel befindet, landläufig als „Energiewende“ bezeichnet. Vattenfall denkt laut über einen Rückzug aus Deutschland nach, EnBW meldet für das erste Halbjahr 2013 einen Gewinneinbruch von 63 Prozent. Die traditionellen Geschäftsmodelle der großen Versorger “tragen nicht mehr”, hatte EnBW-Chef Frank Mastiaux im Juni gesagt. Ähnlich äußerte sich auch RWE-Chef Peter Terium auf der letzten Bilanzpressekonferenz. 

Dass die großen vier sich radikal neu ausrichten müssen, ist offensichtlich. Ihre Cash-Cows, allen voran die längst amortisierten Atomkraftwerke, werden abgeschaltet. Gleichzeitig arbeiten Gas- und Kohlekraftwerke am Rande der Wirtschaftlichkeit. Dezentral erzeugter Ökostrom hat bei der Einspeisung Vorrang und drückt den Börsenpreis, so dass die Konzerne immer weniger konventionell erzeugten Strom aus ihren eigenen Kraftwerken zu immer geringeren Preisen loswerden. Der Trend geht zu kleinen, dezentralen Energieerzeugungseinheiten, schwerfällige Riesen tun sich angesichts dieser Entwicklung schwer.

Aber gibt es auch Ideen und Konzepte, ein Dinosauriersterben zu verhindern? Die Äußerungen der Konzernspitzen dazu bleiben im Ungefähren und Floskelhaften. Das klingt dann so: Man wolle die Energiewende “aktiv und maßgeblich mitgestalten” (EnBW), oder “künftig flexibler reagieren, indem man eine neue Struktur schaffe” (Vattenfall).

So weit so gut. Aber was denken die Fach- und Führungskräfte in der Energiewirtschaft und vor allem in den Energiekonzernen selbst wirklich darüber? Glauben sie selbst daran, es schaffen zu können? Eine sehr interessante Studie des LAB Managerpanels Energie und der ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft, die dazu 900 Führungskräfte der Branche befragt hat, zeigt: eher nein.

74 Prozent der Befragten sehen die Bedeutung der Energiekonzerne in den letzten drei Jahren deutlich verringert. 69 Prozent halten die aktuellen Geschäftsmodelle der Konzerne für den deutschen Markt nicht für überlebensfähig. Nur 20 Prozent sehen die Konzerne als die wesentlichen Gestalter der Energiewende. Weniger als die Hälfte, 48 Prozent, finden, die Konzerne sind dabei, die Energiewende als Chance zu begreifen.

Entschlossenheit und Selbstvertrauen klingen anders. Die bräuchte es aber, um die Lösungen für die Probleme zu entwickeln. Und Ansätze gibt es ja durchaus. Ein Teilnehmer der Befragung kommentiert z.B.: „Dezentrale Versorgung, Nähe zum Kunden sind für die Großen schwieriger. Netzausbau, Off-Shore-Großprojekte, Grundlastkraftwerke sind Themen für die Großen (evtl. in Kooperation).” Ob die Zeitenwende gelingt, steht noch in den Sternen. Mit den Worten eines anderen Studienteilnehmers: “Unter den Energiemanagern herrscht große Unsicherheit, wo die Reise hingehen soll.”